Engagement in Politik und Gesellschaft: Eleonora Faust in Köln

Zum Juni-Treffen hatte die Vorsitzende der Kölner-Ortsgruppe Irma Meder nämlich einen ganz besonderen Gast eingeladen – die junge russlanddeutsche Politikerin Eleonora Faust aus Dortmund. Sie ist Mitglied der SPD sowie der Landsmannschaft und macht gerade ihren Master-Abschluss im Fach Russische Kultur an der Ruhr-Universität Bochum. Außerdem ist sie stellv. Vorsitzende und Familien- und Gleichstellungsbeauftragte im Vorstand der Landesgruppe NRW-LmDR.

Dass solche erfolgreichen jungen Leute in der Ortsgruppe über ihre Wahrnehmung der Probleme der Russlanddeutschen erzählen, hält Irma Meder für sehr wichtig. Ihre Kölner Ortsgruppe soll nicht zu einem bedeutungslosen Seniorenkreis verkommen. Die Kommunikation zwischen Generationen braucht Räume, die außerhalb des familiären Rahmens zu schaffen sind.

Eleonora Faust erzählte über ihre Erfahrungen mit der Integration. Wie sie noch als Schulmädchen mit der offenen Ablehnung des Französischlehrers fertig wurde, sich Schritt für Schritt durchsetzte und dabei immer mutiger wurde. Sie empfiehlt sich in Landsmannschaft und Parteien zu engagieren, wo man Teil eines Netzwerkes wird und nicht nur Hilfe von anderen bekommt, sondern auch selbst Menschen helfen kann, was sehr gut für das Selbstwertgefühl ist.
Die junge Politikerin mischt sich noch nicht in der großen Politik mit, aber sie weiß genau: Krisen sind immer gut, sie helfen zu wachsen, sie helfen auch in diese moderne Gesellschaft hineinzuwachsen, die einem am Anfang so fremd und kompliziert erscheint.
Auch auf die Sympathien zu anderen Parteien bei Russlanddeutschen kommt Eleonora Faust zu sprechen. Wir, junge Politikerinnen und Politiker, die in demokratischen Parteien engagiert sind, nutzen das als Argument für die Notwendigkeit, die Interessen der Russlanddeutschen besser zu vertreten. Ihr Fazit: Meinungsvielfalt ist gut. Und die immer etwas verspannten Gesichter der Zuhörerinnen und Zuhörer hellen sich auf: Alles wird gut, unsere gut integrierte Jugend lässt uns nicht im Stich.

Text: Elisabeth Wiebe